Rolf Badenhausen
DIE NIBELUNGEN – DICHTUNG UND WAHRHEIT
150 JAHRE NIBELUNGENFORSCHUNG NEU GESEHEN
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Gebundene Ausgabe, 301 Seiten
58  Abbildungen  (Fotos,  Karten,
eine Diagramm- u.Tabellenstatistik)
ISBN 3-86582-044-1      Euro 29,00
Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat
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Bereits 1836 machte der Literaturwissenschaftler Emil Rückert seine revolutionäre Entdeckung von Nibelungen im Ahnenstamm von Karl dem Großen. 
Nicht minder aufständisch klang ein knappes Jahrhundert später Aloys Schröfl mit seiner Ungarischen Piligrimthese nebst bemerkenswerter Indiziensammlung: Der Münchener Studienprofessor fand im Nibelungenlied eine mitgelieferte Botschaft über die wichtigsten der Zehn Gebote Gottes und behauptete, dass die Vorlage dieses Werkes vom Urdichter aus nordisch-westfälischen Sagenkreisen abgeleitet worden war, um es als blattstarken missionarisch-politischen Flyer für den magyarischen Herrscherhof zu verwenden! 
Schließlich stellte der nicht minder um Wahrheitsfindung bemühte Sagenforscher Heinz Ritter aus Schaumburg an der Weser vor etwa einem Vierteljahrhundert sein umwälzendes Thesengebilde über die historischen Nibelungen einem breiten Publikum vor. Allerdings vermerkten ihn nicht wenige interessierte Beobachter als überaus fragwürdigen Pro-Agitator einer massiven ideologischen wie zudem noch topografischen Umstülpung des gesamtliterarischen Stellenwertes der Heldendichtung!
Interimsfazit:
Der promovierte Philologe und Quellenforscher Emil Rückert stieß bei den seinerzeit amtierenden Literaturpäpsten Grimm und Mone auf taube Ohren. 
Aloys Schröfl lieferte sich zwar einen weitgehend fairen wie auch überlegenen Schlagabtausch mit Dietrich von Kralik als Exarch vom Literaturgott Andreas Heusler, wird aber nicht zuletzt deswegen von der Lehrmeinung gemieden. 
Der Bestsellerautor Ritter-Schaumburg wurde von Altgermanisten verhöhnt. Dennoch bleibt nachzufragen: Wo irrt er und was übersieht er? Und warum verschwieg er seinen Forscherkollegen Aloys Schröfl? 
GIBT ES NEUE ERKENNTNISSE ODER PERSPEKTIVEN ZUR HISTORISCHEN   WAHRHEIT?
Werden die Nibelungen eher nach Emil Rückerts Quellenaushebungen oder der von Ritter-Schaumburg neu übersetzten Thidrekssaga authentisch überliefert? Besitzen deren altnordische wie insbesondere altschwedische „Prosakodizes“ möglicherweise doch einen klärungswürdigen Rang zur Antwortfindung? Tatsächlich haben sowohl der große Altgermanist Andreas Heusler als auch Ritter-Schaumburg die Erforschung der von ihnen vorrangig eingestuften Sagenberichte über König Dietrich von Bern verlangt!
Können darüber hinaus mit einer zu Ritter-Schaumburg konformen Analytik auch die Eddalieder einer revidierenden geografischen Entschlüsselung unterzogen werden? So bereits in Angriff genommen von Ernst F. Jung, dem herausragenden Altmeister der schreibenden Historikerzunft! 
Lassen sich Emil Rückert, Aloys Schröfl und Ritter-Schaumburg – bekanntlich gingen besonders die beiden letztgenannten Forscher als „Enfant terrible“ in die Nibelungenphilologie ein – nunmehr auf einen gemeinsamen Nenner gegen die noch immer vorherrschende altgermanistische Lehrmeinung bringen? 
Erscheint nach über 150 Jahren Nibelungenforschung die Bedeutung der Thidrekssaga für die Kenntnis unserer Frühgeschichte und Ethnologie in einem neuen spannenden Licht?
Zur Antwortfindung befasst sich der Buchautor eingehend mit der Klärung von literarischer Verwurzelung und historischer Identität der Nibelungen. Hierbei öffnen sich neue geschichtliche Horizonte nicht nur aus der Erkundung der Thidrekssaga, denn auch die Gegenüberstellung unverfälschter altnordischer Kodizes über König Dietrich und die Nibelungen („Niflungen“) mit fränkischen Geschichtsquellen über die Merowinger kommt zu verblüffenden Ergebnissen! Mit einer fundierten Umpositionierung des von Ritter-Schaumburg gedeuteten sagengeschichtlichen „Bonn – Verona“ als Dietrichs vermeintliches Bern sowie einer genaueren Betrachtung von Emil Rückerts Nibelungenstammbaum wird aber auch Aloys Schröfls Expedition zu politischen Entstehungsgründen für das Nibelungenlied sowie dessen Motivationsforschung am Urdichter des Heldenepos gefolgt. 

Leseprobe Buchseiten 3-16